Der rote Pflanzenstoff Lycopin könnte ein wirksames Mittel gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein. Eine Meta-Analyse von Bevölkerungsstudien zeigt: Menschen mit hohem Lycopin-Spiegel im Blut haben ein deutlich geringeres Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkte. Forscher sehen Potenzial in dem Carotinoid, das vor allem in Tomaten vorkommt.
Lycopin ist ein natürlicher Farbstoff aus der Gruppe der Carotinoide, der in verschiedenen pflanzlichen Lebensmitteln vorkommt – besonders konzentriert in Tomaten, Wassermelonen und Paprikas. In präklinischen Studien konnte der Stoff nachweisen, dass er schädliche Prozesse bremst, die zu Schlaganfällen und Herzinfarkten führen können.
Besonders aussagekräftig ist eine aktuelle Metaanalyse, die Dutzende Bevölkerungsstudien auswertete: Probanden mit den höchsten Lycopin-Werten im Blut zeigten ein um 26 Prozent niedrigeres Schlaganfallrisiko und sogar ein 37 Prozent geringeres Sterblichkeitsrisiko insgesamt. Auch das generelle Kardiovaskulär-Erkrankungsrisiko sank um 4 Prozent. Eine 2025 veröffentlichte Studie demonstrierte zudem, dass lycopinreichter Tomatensaft die Funktion der Blutgefäßwand verbesserte – ein kritischer Faktor bei der Entstehung von Herz-Kreislauf-Problemen.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weltweit die Todesursache Nummer eins und sollen bis 2030 etwa 44 Prozent der US-amerikanischen Bevölkerung betreffen. Einfache Ernährungsumstellungen könnten Teil einer präventiven Strategie sein.