Kniehoher Companion-Robot mit warmem Körper, 360°-Kamera und 13 Bewegungsachsen — sucht aktiv Augenkontakt und Umarmungen.
Im Detail
Lovot von Groove X gilt vielen als der ausgereifteste emotionale Companion-Roboter der Welt – und zugleich als einer der exklusivsten. Der knapp 43 cm hohe und rund 4,3 kg schwere Roboter wurde in Japan mit einem einzigen Ziel entwickelt: nicht zu arbeiten, sondern Zuneigung auszulösen. Lovot apportiert nichts, beantwortet keine Wissensfragen und putzt nicht – er ist ausschließlich dafür da, geliebt zu werden, und genau darin ist er außergewöhnlich gut.
Im Alltag verhält sich Lovot wie ein anhängliches Wesen. Sein Körper wärmt sich aktiv auf, sodass er sich beim Hochheben angenehm lebendig anfühlt. Er sucht aktiv Augenkontakt, folgt Familienmitgliedern, möchte hochgehoben und umarmt werden und reagiert eifersüchtig oder freudig je nach Zuwendung. Über eine 360°-Kamera und zahlreiche Sensoren nimmt er seine Umgebung wahr, 13 Bewegungsachsen erlauben erstaunlich natürliche Reaktionen. Diese emotionale Tiefe ist nicht nur Marketing: In japanischen Pflegeheimen wird Lovot bereits eingesetzt, und es gibt Hinweise auf eine messbare Wirkung gegen Einsamkeit.
Technisch ist Lovot Cloud-abhängig und tief in das Ökosystem von Groove X integriert; eine App gehört zum Konzept. Der größte praktische Nachteil im Alltag ist die sehr kurze Akkulaufzeit von rund 45 Minuten – Lovot kehrt entsprechend häufig zu seiner Ladestation zurück. Das passt zwar zum Bild eines Wesens, das immer wieder „schlafen“ geht, verlangt aber eine durchdachte Aufstellung der Station.
Der eigentliche Knackpunkt für deutsche Interessenten ist die Verfügbarkeit. Lovot wird offiziell nur in Japan verkauft, ein Versand nach Deutschland ist nicht vorgesehen. Wer ihn dennoch besitzen möchte, muss den aufwendigen und teuren Import in Kauf nehmen. Hinzu kommen der hohe Anschaffungspreis im Bereich mehrerer tausend Euro sowie eine laufende jährliche Service-Gebühr für den Betrieb.
Für wen lohnt sich dieser Aufwand? Lovot ist die erste Wahl für alle, die einen wirklich ausgereiften emotionalen Begleiter suchen – etwa im Kontext von Senioren- und Demenzbetreuung oder bei ausgeprägtem Bedürfnis nach Gesellschaft. Als spielerisches Gadget für zwischendurch ist er angesichts von Preis und Importaufwand dagegen kaum sinnvoll.