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Stewart Brand: Warum Instandhaltung unterschätzt wird

23. April 2026·Quelle: MIT Technology Review

Laut MIT Technology Review hat Stewart Brand, eine Schlüsselfigur der Tech-Gegenkultur, ein neues Buch zur Bedeutung von Wartung und Reparatur veröffentlicht. Brand argumentiert, dass die Instandhaltung von Werkzeugen und Systemen – von Motorrädern bis zu Infrastruktur – eine radikale und unterbewertete Tätigkeit ist, der bislang zu wenig gesellschaftliche Anerkennung zuteilwurde.

Die Botschaft trifft auf akademisch bereits etabliertes Terrain: Seit Mitte der 2010er Jahre erforscht ein wachsendes Feld die Kultur der Instandhaltung und zeigt, wie Wartungsarbeit systematisch gegenüber "Innovation" abgewertet wird. Das ist hochrelevant für eine Tech-Branche, die zunehmend durch Reparatursperren und geplante Obsoleszenz charakterisiert ist.

Unsere Einordnung

Brand bringt wichtige Aufmerksamkeit auf ein vernachlässigtes Thema – aber der Rezensent kritzt zu Recht, dass sein Ansatz zu individualistisch bleibt. Für die Tech-Industrie ist das zentral: Solange Wartung als "alte Arbeit" und Innovation als "Fortschritt" gilt, werden Hersteller weiter Reparaturen blockieren. Echte Veränderung braucht systemische Umstrukturierung, nicht nur philosophische Würdigung.

Schlüsselfakten

  • Stewart Brand veröffentlicht "Maintenance: Of Everything, Part One" als erste einer geplanten Serie zum Thema Instandhaltung
  • Academia erforscht seit Mitte der 2010er Jahre systematisch die Unterbeweertung von Wartungs- und Reparaturarbeit
  • Right-to-Repair-Bewegung zeigt, wie Konzerne absichtlich Reparierbarkeit einschränken für höhere Gewinne
  • Brand sieht Instandhaltung als tiefe persönliche Handlung, nicht primär als geteilte systemische Verantwortung

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