🔬 Forschung

Saunieren mobilisiert weiße Blutkörperchen

17. April 2026·Quelle: Lifespan.io News

Nach Informationen von Lifespan.io zeigt eine Studie der Universität Ostfinnland, dass eine 30-minütige Saunasession einen vorübergehenden Anstieg zirkulierender weißer Blutkörperchen auslöst. Die Forscher vermuten, dass dieser trainingsähnliche Effekt das Immunsystem stärkt und gesundheitliche Vorteile bietet. Die Studie maß bei 51 mittelalten Erwachsenen verschiedene Immunzelltypen und 37 Zytokine vor, direkt nach und 30 Minuten nach der Hitzeexposition. Dabei korrigierten die Wissenschaftler mathematisch für Plasmavolumenveränderungen durch Schwitzen.

Diese Erkenntnisse könnten ein wichtiges Stück des Puzzles beim Verständnis des Saunaeffekts sein: Große finnische Kohortenstudien zeigen konsistent, dass regelmäßiges Saunieren das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall und Demenz senkt – doch die biologischen Mechanismen waren bislang unklar. Eine aktivierte Immunabwehr durch Hitzeexposition könnte ein Schlüsselmechanismus sein und unterstreicht den präventiven Wert von Wärmebehandlungen.

Unsere Einordnung

Das ist hochrelevant für die Longevity-Community: Wenn Sauna tatsächlich systematisch das Immunsystem durch Wärmestress aktiviert, könnte dies einen wesentlichen Teil der epidemiologischen Effekte erklären. Allerdings bleibt offen, ob eine einzelne Session langfristige Vorteile bringt oder ob kumulative Effekte nötig sind – hier brauchen wir Langzeitstudien.

Schlüsselfakten

  • 30 Minuten Sauna bei 73°C führen zu messbarer Mobilisierung weißer Blutkörperchen
  • Studie mit 51 Erwachsenen maß 37 Zytokine und korrigierte für Plasmaverdünnung
  • Kerntemperatur stieg durchschnittlich um 2°C (von 36,4 auf 38,4°C)
  • Befund könnte biologischen Mechanismus für bekannte kardiovaskuläre und neuroprotektive Effekte erklären