Nach Informationen von Netzpolitik.org hat der Bundestag erstmals die Arbeitsbedingungen von Datenarbeiter:innen diskutiert, die KI-Systeme trainieren. Beim Fachgespräch der Ausschüsse für Digitales und Arbeit zum Thema Data Labeling forderten Sachverständige, dass Deutschland mehr Verantwortung für diese oft ausgebeuteten Arbeiter:innen übernehmen muss – meist bei Outsourcing-Firmen in Niedriglohnländern tätig. Eine ehemalige Datenarbeiterin aus Nairobi berichtete von ihrer Erfahrung: Sie habe acht Jahre lang unter anderem Straßenszenen für autonome Fahrzeuge annotiert und war später gezwungen, auch traumatisierende Bilder zu klassifizieren.
Die Debatte adressiert einen blinden Fleck der KI-Industrie: Hinter jedem trainierten Modell steckt menschliche Arbeit, deren katastrophale Bedingungen bislang ignoriert wurden. Für die deutsche KI-Politik ist das ein Wendepunkt – wer auf KI setzt, kann die ethische Verantwortung für globale Lieferketten nicht länger externalisieren.