Die No-Code-Plattform Bolt.new hat eine Diktatfunktion eingeführt, die Entwickler ihre App-Anforderungen sprechen lassen können, statt sie zu tippen. Nutzer klicken auf ein Mikrofon-Icon und beschreiben ihre Idee frei – die KI verwandelt die Spracheingabe in Code-Anweisungen. Der Hersteller argumentiert, dass gesprochene Prompts deutlich detaillierter ausfallen als getippte Texte, was zu besseren Ergebnissen führt.
Forschungen der Stanford- und University of Washington zeigen, dass Sprechen etwa dreimal schneller ist als Tippen. Noch wichtiger: Eine Studie der Northeastern University (2025) belegt, dass präzisere Anforderungen die KI-Genauigkeit von 28 auf 86 Prozent heben können. Das Problem liegt in der menschlichen Neigung, beim Schreiben zu sparen – jedes zusätzliche Wort kostet Effort, während Sprechen kostenlos ist. Carnegie Mellon-Forscher warnen allerdings: KI-Modelle erkennen nicht, wenn ihnen Information fehlt. Sie raten stattdessen selbstbewusst, oft falsch.
Bolt.new zielt darauf ab, Nutzer zum Aussprechend von Details zu bewegen – Zielgruppe, Geschäftslogik, Edge Cases –, die typischerweise beim Tippen weggelassen werden. Ein Beispiel: "Booking-System für einen Salon" versus die gesprochene Variante mit Infos zu Behandlungsdauern, Stylist-Bindung und Stornogebühren. Die Diktatfunktion steht überall in der Plattform zur Verfügung – beim Starten neuer Projekte, bei Updates oder beim Hinzufügen neuer Features.