Datenschutz und KI: Was ChatGPT und Co. über Dich wissen

Besonders relevant für Deutschland: DSGVO, EU AI Act und praktische Tipps.

Was passiert mit Deinen Daten?

C

ChatGPT (OpenAI)

  • Standardmäßig werden Chats zum Training verwendet
  • Kann in Settings abgeschaltet werden
  • Server in den USA

Datenschutz-Note: C

A

Claude (Anthropic)

  • Daten werden NICHT zum Training verwendet (Consumer)
  • Server in den USA, EU-Expansion geplant
  • Starker Fokus auf Datenschutz

Datenschutz-Note: A

C-

Google Gemini

  • Google-typische Datensammlung
  • Chats können für Produktverbesserung verwendet werden
  • Starke Verbindung zu Google-Ökosystem

Datenschutz-Note: C-

B

Microsoft Copilot

  • Enterprise-Version: Höherer Datenschutz
  • Consumer-Version ähnlich wie ChatGPT
  • Windows-Integration kann datenschutzriskant sein

Datenschutz-Note: B (Enterprise) / C (Consumer)

Tipps für besseren Datenschutz

1

Keine persönlichen Daten eingeben

Vermeide es, Namen, Adressen, Kontonummern oder andere sensible Informationen in KI-Chats einzugeben. Diese Daten können in den Trainingsdaten landen oder bei Sicherheitsverletzungen exponiert werden.

2

Chat-Verlauf regelmäßig löschen

Lösche Deine Chat-Verläufe regelmäßig. Bei den meisten Plattformen kannst Du einzelne Chats oder den gesamten Verlauf löschen. Dies reduziert die gespeicherten Daten über Deine Nutzung.

3

ChatGPT-Einstellungen anpassen

Gehe zu Settings → Data Controls → 'Improve the model for everyone' und schalte diese Option aus. So wird Dein Chat-Verlauf nicht mehr zum Trainieren des Modells verwendet.

4

Lokale KI-Modelle nutzen

Für besonders sensible Aufgaben verwende lokale Modelle wie LM Studio oder Ollama. Diese laufen auf Deinem Computer und senden Deine Daten nirgendwohin. Die Privatsphäre ist garantiert.

5

Enterprise-Versionen bevorzugen

Wenn Du für eine Organisation arbeitest, bestehe auf Enterprise-Versionen von KI-Tools. Diese bieten deutlich bessere Datenschutzgarantien und Kontrollmöglichkeiten als Consumer-Versionen.

DSGVO und KI-Dienste

Sind KI-Assistenten DSGVO-konform?

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der EU regelt, wie personenbezogene Daten verarbeitet werden dürfen. Für KI-Assistenten bedeutet das: Die Unternehmen müssen explizit angeben, wie Deine Daten verarbeitet werden. Viele Dienste wie ChatGPT sind in dieser Hinsicht problematisch, da sie standardmäßig Daten zum Training verwenden – was technisch gesehen eine Datenverarbeitung ohne klare Rechtsgrundlage darstellt.

Die DSGVO gibt Dir auch Rechte: Du kannst Auskunft verlangen, welche Daten über Dich gespeichert sind, und Du kannst die Löschung Deiner Daten fordern (Recht auf Vergessenwerden). Viele KI-Unternehmen machen die Umsetzung dieser Rechte jedoch schwierig.

EU AI Act: Die neue Regulierung

Der EU AI Act ist ein neues Regelwerk, das KI-Systeme nach Risiko-Kategorien einstuft. High-Risk-Systeme (z.B. solche, die Entscheidungen über Kredite oder Versicherungen treffen) müssen strenge Anforderungen erfüllen. Für Nutzer bedeutet das: Es gibt nun verbindliche Standards für Transparenz und Sicherheit von KI-Systemen.

Empfehlung: Datenschutzfreundliche Alternativen

Für Nutzer in der EU und Deutschland sind datenschutzfreundliche Alternativen wie Claude (mit Opt-Out beim Training) oder lokale Modelle die beste Wahl. Sie bieten mehr Kontrolle über Deine Daten und entsprechen besser der DSGVO.

Datenschutz-Vergleichstabelle

AssistentTraining mit DatenServer-StandortOpt-Out möglichEnterpriseNote
ChatGPTJa (Standard)USAJaJaC
ClaudeNein (Consumer)USA / EUEntfälltJaA
GeminiJa (optional)USAJaJaC-
CopilotVariabelUSA / EUJaJaB
PerplexityNeinUSAEntfälltIn PlanungB+

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